© ver.di Kundgebung am Arbeitsgericht Hamburg

Bei Securitas am Hamburger Flughafen gibt es weiterhin erhebliche Konflikte um Arbeitsbedingungen, Dienstpläne und Mitbestimmung. Beschäftigten werden Löhne vorenthalten, tarifliche Regelungen infrage gestellt und die Arbeit des neu gewählten Betriebsrats erschwert. ver.di fordert den Arbeitgeber auf, sich an Recht und Gesetz zu halten.

Betriebsratsarbeit wird erschwert

Der neu gewählte Betriebsrat bei Securitas am Flughafen Hamburg setzt sich aktiv für die Rechte der Beschäftigten ein. Doch statt einer vertrauensvollen Zusammenarbeit kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen mit dem Arbeitgeber.

Nach Informationen von ver.di werden Betriebsratsmitgliedern regelmäßig Lohnbestandteile vorenthalten. Bei nahezu jeder Frage der Mitbestimmung muss inzwischen die Einigungsstelle eingeschaltet werden. Auch die Teilnahme an Betriebsversammlungen wird den Beschäftigten nicht ausreichend ermöglicht.

Hinzu kommt, dass Securitas offenbar betriebsfremde Personen einsetzt, deren Rolle aus Sicht von ver.di Fragen aufwirft. Es entsteht der Eindruck, dass zusätzlicher Druck auf den Betriebsrat und die Beschäftigten ausgeübt werden soll.

Das ist keine vertrauensvolle Zusammenarbeit, wie sie das Betriebsverfassungsgesetz vorsieht. Ein Betriebsrat ist die gewählte Interessenvertretung der Beschäftigten. Seine Arbeit muss ermöglicht und respektiert werden.

Streit um Schichtpläne und freie Tage

Ein weiterer Konflikt betrifft die Dienstpläne. Der Tarifvertrag sieht feste Schichtpläne über das gesamte Jahr vor. Dennoch versucht Securitas erneut, mehr Freiheit bei der Einteilung der Schichten zu bekommen. Auf Mitarbeiterversammlungen hat der Arbeitgeber zuletzt für ein Schichtraster geworben, das ihm möglichst viel Spielraum bei der Dienstplanung geben soll.

Auch das aktuell diskutierte 5/1–5/1–4/2-Modell ist aus Sicht von ver.di keine zufriedenstellende Lösung. Zwar ist es besser als die bisherige weitgehend freie Einteilung durch den Arbeitgeber. Es bietet aber weiterhin zu wenig Erholung und nur eingeschränkte Möglichkeiten, Dienste zu tauschen.

Die Beschäftigten sollten sich nicht zwischen zwei schlechten Modellen entscheiden müssen. Es gibt bessere Lösungen, für die sich ver.di gemeinsam mit dem Betriebsrat einsetzt.

Unsere Forderung ist klar: Securitas muss die tariflichen Regelungen zur Dienstplanung umsetzen. Nach mehreren Arbeitstagen müssen mindestens zwei freie Tage folgen.

Beschäftigte haben ein Recht auf Erholung und planbare Freizeit. Arbeit darf nicht bedeuten, dass der Arbeitgeber jederzeit über das Privatleben seiner Beschäftigten verfügen kann.

Arbeitsverhältnisse ruhend gestellt – Beschäftigte ohne Lohn

Besonders besorgniserregend ist der Umgang mit mehreren Beschäftigten, deren Arbeitsverhältnisse Securitas ohne tarifliche Grundlage ruhend stellt und denen deshalb kein Lohn mehr gezahlt wird.

Unter anderem werden Atteste, die über viele Jahre vom Arbeitgeber akzeptiert wurden, plötzlich nicht mehr anerkannt. Die betroffenen Kolleginnen und Kollegen verlieren dadurch ihre finanzielle Grundlage und müssen teilweise staatliche Unterstützung beantragen, um ihren Lebensunterhalt und ihre Miete bezahlen zu können.

ver.di sind bereits mindestens sechs solcher Fälle bekannt.

Für die Betroffenen ist die Situation existenzgefährdend. Aus Sicht von ver.di entsteht der Eindruck, dass Beschäftigte durch den wirtschaftlichen Druck zur Eigenkündigung bewegt werden sollen. Damit könnten auch mögliche Abfindungszahlungen vermieden werden.

Ein solches Vorgehen ist für ver.di nicht hinnehmbar.

Wir fordern Securitas auf, die betroffenen Freistellungen umgehend zurückzunehmen, die Entgeltzahlungen fortzusetzen und zu Unrecht einbehaltene Löhne nachzuzahlen.

ver.di fordert Securitas zum Umdenken auf

Die Beschäftigten am Flughafen Hamburg leisten täglich verantwortungsvolle Arbeit für die Sicherheit des Luftverkehrs. Sie haben Anspruch auf verlässliche Arbeitsbedingungen, ihren Lohn und eine funktionierende betriebliche Mitbestimmung.

Statt immer neuer Konflikte braucht es endlich eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat.

ver.di fordert Securitas auf, die Rechte der Beschäftigten und des Betriebsrats zu respektieren, Tarifverträge einzuhalten und die wirtschaftliche Existenz von Beschäftigten nicht durch ausbleibende Lohnzahlungen zu gefährden.

Wir unterstützen die betroffenen Kolleginnen und Kollegen und stehen an der Seite des gewählten Betriebsrats. Unsere Mitglieder unterstützen wir bei der Durchsetzung ihrer Ansprüche. (Kontakt: lars.stubbe@verdi.de)

Gemeinsam können wir dafür sorgen, dass tarifliche Rechte durchgesetzt und Arbeitsbedingungen verbessert werden. Dafür braucht es Solidarität und eine starke Gewerkschaft im Betrieb.


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